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im neuen kleid: think. – das neue ast & fischer

nicht nur das magazin der ast & fischer ag erhielt einen neuen anstrich – das büro wurde modern organisiert, strategie und struktur auf die zukunft ausgerichtet. wie ein traditionsunternehmen den digitalen wandel mit viel innovation und mut angeht, lesen sie im neuen think., dem neuen kundenmagazin der ast & fischer ag.

die gesamte ausgabe lesen sie online.

auftraggeberin: ast & fischer ag
text und redaktion: manuela ryter, textbüro manuskript, bern

berufsbildung – für ein selbstbestimmtes leben

die praktische ausbildung oder supported education öffnen personen mit beeinträchtigung die türen zum arbeitsmarkt. die digitalisierung und globalisierung zerstören allerdings viele einfache arbeiten. gleichzeitig eröffnet die digitalisierung menschen mit beeinträchtigung ganz neue perspektiven.

der beitrag erschien im letzten bernpunkt, magazin des wirtschaftsraums bern.

das neue ast&fischer magazin

smart & haptisch, schräg & kultig, treu & flexibel – das ist das neue ast & fischer magazin – ein kundenmagazin, welches nicht auf PR setzt, sondern auf content. im neuen magazin erzählt beispielsweise berater und start-up-gründer manuel linder, weshalb marketing automation jedem unternehmen vorteile bringt, weil sie den rohstoff daten nutzt um sich erfolgreich mit den kundinnen und kunden auszutauschen.

lesen sie mehr online.

auftraggeber: ast & fischer ag, wabern
text und redaktion: manuela ryter, textbüro manuskript, bern

gedrucktes licht

in zukunft wird nicht nur papier gedruckt, sondern auch licht. mehr über die revolution des drucks – und viele weitere geschichten – im kundenmagazin der ast & fischer ag. lesen sie das magazin als epaper.

content-konzept, texte und redaktion: manuela ryter, textbüro manuskript bern
auftraggeberin: ast & fischer ag

hunde für bern

100 BernARTiner-Skulpturen werden ab Juli Berns Gassen und Plätze schmücken. Die Berner Künstlerin Mirjam Gasser hat für ihren Hund viel Geschirr zerschlagen – ihr Barry ist mit Scherben aus teurem Porzellan aus aller Welt bestückt. 

Diese Hunde bellen nicht – zum Glück, denn sie kommen zahlreich in die Bundesstadt: Ab dem 1. Juli werden über 100 Bernhardinerskulpturen für drei Monate die Stadt Bern bevölkern. Als weisse Rohlinge verkaufte der Verein "Bern gestaltet" die "BernARTiner" an Firmen, Institutionen und Private. Kunstvoll gestaltet kehren sie bald zurück. Sie sei begeistert vom BernARTiner-Projekt, sagt die Berner Künstlerin Mirjam Gasser: "Die Hunde passen zu Bern und werden das Stadtbild verschönern." Jeder Bernhardiner erzähle eine eigene Geschichte. 

Fell aus Porzellan

Gasser hat in ihrem Atelier im Breitenrain gleich zwei Hunde stehen. Für den BernARTiner der Firma Bäga Innenausbau hat sie viele Teller und Tassen zerschlagen und mit den Scherben kunstvoll ein farbiges Fell geschaffen. "Auch echte Berhardiner haben viele verschiedene Farbnuancen", sagt die 46-Jährige. Das edle Porzellan, mit welchem sie normalerweise ihre erfolgreichen Porzellankrieger "Warriors" bestückt, sammelt die Künstlerin, die beruflich viel reist, in Tokio, Shanghai, Istanbul oder Tschechien. Skrupellos zerschlug sie auch für den Barry mit Gold bemalte asiatische Teller oder Stücke aus Limoges- oder Meissner-Porzellan. "Wer genau hinsieht, entdeckt viele Details, Muster und Geschichten." Sogar das Berner Wappen findet sich in Barrys Fell. Zu stehen kommt er im Eingang des Tierspitals. www.bernartiner.ch

text: manuela ryter, manuskript – das textbüro in bern
auftraggeberin: gecko communication ag bern

geschichten erzählen – mehrwert bieten

mit ihrem kundenmagazin bietet die ast&fischer ag ihrer kundschaft mehrwert auf 12 seiten: mit spannenden geschichten und einem blick hinter die kulissen der branche. lesen sie das ganze magazin als epaper.

texte und redaktion: textbüro manuskript bern
auftraggeberin: ast&fischer ag wabern

Ausser Atem – ein Bild- und Porträtbuch über Menschen mit Cystischer Fibrose

Endlich ist es da: "Ausser Atem", ein Porträtbuch von CFCH über Menschen mit Cystischer Fibrose. Es war meine erste Mitarbeit an einem Buch und es war eine tolle Erfahrung, mit Fotograf Remo Ubezio und der Agentur Bloom Identity zusammenzuarbeiten – trotz des enormen Zeitdrucks, unter dem das Buch in kurzer Zeit entstanden ist. Hier ein paar Gedanken, die ich mir anlässlich der gestrigen Vernissage gemacht habe – zum Buch, zum Entstehungsprozess und zu den wertvollen Begegnungen, die ich bei der Recherche machen durfte.

Als Journalistin bin ich dazu verpflichtet, zuzuhören. Mich in jemanden einzufühlen und gleichzeitig die nötige Distanz zu wahren. Die richtigen Fragen zu stellen, auch solche, die vielleicht nicht angenehm sind – weder für mich noch für die befragte Person. Und zwar möglichst ohne die Antworten hervorzulocken, die meiner Geschichte im Kopf dienen, die die Person aber nicht richtig abbilden. Und dann, wenn ich am Schreibtisch sitze, muss ich aus der Nähe, die durchs Gespräch entstanden ist, wieder Distanz entstehen lassen. Nur so ist es möglich, einigermassen objektiv zu bleiben und das Erfahrene und Gehörte nicht mit eigenen Erlebnissen, Gefühlen und Ängsten zu verbinden.

Nähe und Distanz, Objektivität und eigene Gefühle – dies waren bei den Interviewterminen sowie beim Schreiben des Buchs "Ausser Atem" die grossen Herausforderungen. Wer ein Porträt über eine Person mit CF schreiben will, kommt nicht darum herum, der Person die Frage nach der Zukunft zu stellen – und damit jene nach der Angst vor dem Tod, Angst vor Krankheit, Schmerz und Hoffnung. Nur so konnte ich herausfinden, mit welcher Überlebensstrategie die Personen ihr Leben lebten. Ich kam aufgewühlt, berührt und teils auch traurig von den Interviewterminen zurück ins Büro. Ich konnte mich nicht sogleich an den Computer setzen und anfangen mit Schreiben. Ich musste die Geschichten immer erst ein zwei Tage setzen lassen, bevor ich die Objektivität und Distanz wieder hatte, die fürs Schreiben erforderlich ist. Ansonsten wären Texte entstanden, die zu stark von meinen Gefühlen gefärbt gewesen wären.

Die Texte entstanden innerhalb eines kurzen Zeitraums, meist standen ein bis zwei Termine pro Woche an. Vielleicht war dieser Zeitdruck gut, denn er verhinderte, dass ich mich zu stark in die zutiefst ergreifenden Geschichten hineinreissen liess. Vielleicht verhinderte er jedoch auch, genügend in die Tiefe gehen zu können. Ich schrieb meist nachts. Es war mir wichtig, Zeit zu haben für die Geschichten – und nur für diese. Ohne Telefonate und Besprechungen. Ich hatte das Gefühl, dass ich dies den Protagonisten schuldig war. Ich wollte ihnen gerecht werden. Einen Text schreiben, der sie abbildete – und nicht meine Gedanken. Manchmal war ein Text fertig und ich spürte die Person nicht darin – dann verwarf ich ihn und startete neu, ev. in einer anderen Textform. Wir schrieben und gestalteten die Texte in drei Formen: einer Ich-Perspektive, einer Reportage und einem Feature, in welchem ich im Gegensatz zur Reportage mehr auf die "Geschichte" der Porträtierten einging und weniger auf das Geschehen am Interviewtag selber.

Anfangs befürchtete ich, dass es schwierig sein wird, nicht zehnmal die gleiche Geschichte zu schreiben. Doch die Protagonistinnen und Protagonisten machten es mir einfach: Jede einzelne Geschichte war spannend, beeindruckend – und anders als alle anderen. Es gab jene, die sich CF zur Überlebensaufgabe machten, andere, die die Krankheit schlicht ignorierten. Allen gemeinsam war, dass sie das Leben mehr als gesunde Menschen zu geniessen versuchten. Dass sie sich nicht durch Nebensächlichkeiten den Tag vermiesen lassen wollten. Dass sie dankbar waren, überhaupt noch am Leben zu sein, denn fast alle hatten sie ihre als Babys prognostizierte Lebenserwartung schon längst überschritten. Die einen waren unbekümmert, die anderen bekümmert. Die einen strotzten trotz Krankheit vor Lebenslust, die anderen waren bereits stark von CF gezeichnet. Alle sprachen jedoch sehr offen über ihr Leben mit der Krankheit, über ihre Ängste und Hoffnungen zu – sie schätzten es sehr, dass wir uns für sie interessierten und sie endlich einmal über ihre Krankheit und deren Folgen für ihr Leben sprechen durften. Ich bin tief beeindruckt, wie sie mit ihrer Krankheit umgehen. Jeder von geht anders mit ihr um und doch irgendwie richtig.

Als ich das Gut zum Druck des Buchs in den Händen hielt, setzte ich mich an die Aare und machte mich daran, allfällige Fehler zu suchen. Doch stattdessen liess ich mich wieder hereinziehen in die Geschichten. Ich liess mich berühren und beeindrucken, ohne dass ich Mitleid für die Porträtierten empfand, sondern in erster Linie Mitgefühl und Respekt. Und genau dies war das Ziel dieses Buches.

Das Buch hat auch mich verändert. "Alt werden ist geil", dieser Satz wird mir zeitlebends im Kopf bleiben. Denn was nerven wir uns ab einigen Falten, die mit jedem Geburtstag mehr werden? Die Bräschtelis, die mit dem Alter kommen werden? Die Jugend, die wir vermissen? Wir alle wissen nicht, wie lang unser Leben sein wird – weder Menschen mit CF noch gesunde. Statt uns bei jedem Geburtstag zu grämen, dass das gefürchtete Alter näher kommt, sollten wir dankbar sein für jeden Tag, den wir leben dürfen. Dies haben mir die Porträtierten Personen eindrücklich gezeigt. Ich bin ihnen dankbar dafür.

Das Buch "Ausser Atem" ist bei CFCH oder im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-033-05749-4)

Auftraggeberin, Konzept, Layout: Bloom Identity
Bilder: Remo Ubezio
Reportagen und Redaktion: Manuela Ryter, textbüro manuskript

 
«Wir müssen Herzen berühren»

Thomas Wieland will den materiellen Überfluss nicht mehr länger hinnehmen. Auf seinen «Gmüesesel»-Fitnessgeräten schwitzen deshalb die Leute nicht nur für ihre Schönheit: Sie pressen dabei Raps zu Öl oder mahlen Mais zu Polenta.

Herr Wieland, wie viel Polenta wurde heute schon mit Ihren Maisvelos produziert?
Nur ein "Bödeli" voll – der Abend hat erst begonnen. Pro Abend mahlen und pressen unsere Besucher auf den drei Velos und dem Crosstrainer rund 3 Kilo Polenta und 3 Liter Öl. Statt ihre Energie auf den Geräten zu verschwenden, verarbeiten sie Nahrungsmittel – die Produkte verkaufe ich danach am Berner Märit.

Wie kamen Sie denn auf die Idee, Getreide mit Muskelkraft zu verarbeiten?
Als mir die Zusammenhänge unserer Konsumwelt bewusst wurden, legte ich einen Garten an. Das war der Anfang. Doch wie konnte ich mein Gemüse ökologisch verarbeiten? Hier fehlten die Konzepte. Ich entwickelte deshalb einen Ofen, der mein Gemüse mit der Restwärme einer Solaranlage dörrt. Der Schritt zu den Fitnessgeräten, auf denen unglaublich viele Leute ihre Energie abgeben, war klein. An den produktiven Fitnessgeräten gefällt mir der direkte Bezug zur Arbeit, bei der ich verstehe und spüre, was passiert.

Kann Technik die Welt retten?
Nein, sie spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Veränderung entsteht, wenn Herzen berührt werden. Technik kann uns zwar helfen, weniger verschwenderisch zu leben. Doch was bringen Autos, die weniger Benzin verbrauchen, wenn immer mehr Menschen immer mehr Kilometer mit ihnen fahren?

Seit wann spüren Sie den Drang, die Welt zu verändern?
Ich studierte und reiste für einen Grosskonzern um die ganze Welt. Als ich in China sah, wie hart viele Menschen arbeiteten und wie arm sie waren, wurde mir bewusst, wie verwöhnt ich war. Ich begriff, wie sehr wir auf Kosten anderer leben. Ich musste mich entscheiden: entweder den Wohlstand oder das Gewissen drosseln. Daraufhin suchte ich nach neuen Lebensentwürfen.

Wie leben Sie heute?
Ich lebe auf einem Bauernhof und produziere auf einem halben Hektar die Rohstoffe für den "Gmüesesel". Ich will jeden Arbeitsschritt, der in der Entwicklung vom Samen bis zum fertigen Produkt anfällt, lernen. Der Mensch sollte wieder vermehrt in die Produktion unserer Nahrung integriert werden – das ist meine Vision.

Sie sind seit Kurzem Vater. Werden Sie als Nächstes eine Maschine erfinden, die die überschüssige Energie Ihres Sohnes einfängt?
Vielleicht strampelt er ja schon bald mit. Ich möchte künftig auf die Ideen des "Gmüesesel" setzen. Ich habe deshalb meinen gut bezahlten Teilzeitjob aufgegeben. Nun muss ich körperlich härter arbeiten und verdiene weniger. Dafür komme ich abends meist zufrieden und beflügelt nach Hause. Davon profitiert auch mein Sohn: Wenn ich meinem eigenen Feuer nachgehen kann, werde ich auch ein besserer Vater sein.

Der Elektroingenieur lebt in Thörishaus bei Bern. Auf seinem Restwärmedörrapparat dörrt er Gemüse und Obst und verkauft es auf dem Berner Märit. 2015 eröffnete der 42-Jährige seinen Fitnessraum in der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern. www.gmüesesel.ch

text: manuela ryter, textbüro manuskript bern
auftraggeberin: oliv-zeitschrift.ch
 

porträtbuch über menschen mit cystischer fibrose – crowdfunding erfolgreich!

wow – das porträtbuch für cfch ist finanziert, das geld für die realisation des buchs konnte über die crowdfunding-plattform 100-days.net gesammelt werden! das buch, welches von der berner agentur bloom identity realisiert wird, wird den menschen mit cystischer fibrose ein gesicht geben und ihre krankheit bekannter machen. damit sie sich nicht immer und überall erklären müssen. damit ihre mitmenschen sich gedanken über organspende machen und künftig einen organspendeausweis auf sich tragen. damit die forschung weiterhin vorwärtsmacht, sodass die lebenserwartung von cf-betroffenen weiterhin ansteigen kann.

mit fotograf remo ubezio und seinem assistenten tobias meyer bin ich momentan in der ganzen schweiz unterwegs. während remo neben dem fussballstadion, in der tiefgarage oder neben der römischen ruine sein fotostudio aufstellt, höre ich den menschen mit cystischer fibrose zu und schreibe ihre geschichte auf. ich bin tief beeindruckt, wie sie alle mit ihrer krankheit, ihren beeinträchtigungen und ihren zukunftsängsten umgehen. jeder auf seine weise beeindruckend. 

ich freue mich auf das buch, das im herbst erscheinen wird. übrigens: der crowdfunding-betrag wurde erreicht, man kann das projekt auf 100-days aber weiterhin unterstützen!

 

wiedereinstieg trotz hürden

Mit den Kindern kommt bei vielen Frauen der Karriereknick – oder der komplette Ausstieg aus Beruf oder Studium. Beatrice Imhof und Sandra Ritter haben den Wiedereinstieg geschafft. Dank Mut, Zielstrebigkeit und sehr viel Arbeit.

zum ganzen text.

artikel erschienen im oktober 2015 im BERNpunkt, magazin des wirtschaftsraums bern.
text: manuela ryter, manuskript – das textbüro für journalismus und corporate publishing.

gut vernetzt

In Businessfrauen-Organisationen vernetzen sich erfolgreiche Wirtschaftsfrauen. Sie geben ihr Know-how weiter, fördern jüngere Mitglieder und kämpfen für ihre Anliegen in der Wirtschaft. Ein Blick nach Bern.

zum ganzen text.

artikel erschienen im oktober 2015 im BERNpunkt, magazin des wirtschaftsraums bern.
text: manuela ryter, manuskript – das textbüro für journalismus und corporate publishing.

das neue BERNpunkt zum thema verkehr

Die Lebensqualität in Bern ist gross – nicht zuletzt dank der verkehrsberuhigten Stadtquartiere. In diesem Punkt sind sich die meisten Verbände einig, wenn es um die Verkehrsentwicklung in Stadt und Region Bern geht. Grosser Streitpunkt ist jedoch die Kontroverse, wie viel motorisierten Individualverkehr (MIV) Stadt und Region auf ihren Hauptachsen vertragen. 

den ganzen text lesen Sie hier

dieser artikel erschien im mai 2015 im BERNpunkt, dem magazin des Wirtschaftsraums Bern.
text: manuela ryter, textbüro manuskript, journalistin bern.

kluge köpfe für kluge ideen
apps with love

Apps sollen uns das Leben erleichtern – das ist das Credo der Berner Agentur Apps with love. Die Entwickler in der Lorraine wissen, was es für eine gute Applikation braucht.

Smartphones bestimmen unser Leben. Doch eigentlich sind es nicht die Funktionen der fortschrittlichen Handys, die uns an den Bildschirm fesseln, sondern die Apps, die diesen zum Leben erwecken. Es gibt Apps für jeden erdenklichen Nutzen. Wir wissen dank einer App, wann der nächste Bus in unserer Nähe fährt, wir überwachen unser Baby und zählen die Kalorien per App, wir pflegen unseren Freundeskreis über Apps und analysieren per App die Lawinengefahr. Vieles ist Spielerei, vieles Zeitverschwendung, manches nützlich.

«Eine gute App erleichtert uns das Leben», sagt App-Spezialist Beni Hirt. Er muss es wissen – seit vier Jahren produziert der Mitbegründer der App-Agentur Apps with love in der Berner Lorraine Smartphone-Applikationen. «Nur Apps, die wirklich nützlich sind und uns einen klaren Mehrwert bringen, setzen sich durch», sagt er. Der Knackpunkt sei, dass häufig nicht voraussehbar sei, ob eine App tatsächlich nützlich sein werde oder nicht – «sonst wäre Facebook schon viel früher erfunden worden».

Kreativität ist gefragt

Beni Hirt ist jung, seine schwarze Brille rundet seinen schicken, urbanen Stil ab. Der 33-jährige Berner gehört zu jenen, die das Potenzial des mobilen Internets früh erkannt haben. Bei einem Sofa-gespräch nach dem Pokern wälzten der Betriebsökonom und seine Freunde erstmals die Idee, selbst eine App zu entwickeln. Im Jahr 2010 gründete Hirt zusammen mit einem Designer, einem gadgetaffinen Lehrer und einem Software-Entwickler Apps with love.

Die damals initiierte Einladungs-App «Come on!» kam erst drei Jahre später auf den Markt. Doch bis dahin war aus dem Start-up mit der ursprünglich bescheidenen Geschäftsidee – der Entwicklung einer eigenen App – eine erfolgreiche Agentur mit 16 Mitarbeitern geworden. Mit Apps wie «Openair-Buddy» für die Swiss-com oder «Gleis 7» für die SBB festigte die Agentur ihren Platz im hart umkämpften Apps-Markt. Der unterschiedliche Hintergrund der vier Gründer unterscheide das Unternehmen bis heute von der Konkurrenz, sagt Hirt.

Denn bei App-Entwicklern ist viel Kreativität gefragt. Und diese flimmert im kleinen Büro von Apps with love regelrecht in der Luft. Apps werden hier nicht nur mit Liebe und Leidenschaft, sondern auch mit viel Know-how produziert.

Die Kunst der Entwicklung

Das Team von Apps with love weiss, was es für eine gute App – abgesehen von der guten Idee – noch braucht. «Eine gute App ist klar und einfach aufgebaut und hat ein tolles Design», sagt Hirt. Erst dann werde ihre Funktion für den Nutzer zugänglich. Bei den Apps gilt also, was im komplexen Leben immer seltener wird: weniger ist mehr. Hier liege die Kunst der App-Entwickler, sagt Hirt, «denn je einfacher eine App auf dem Bildschirm daher kommt, desto komplexer ist in den meisten Fällen ihre Entwicklung».

Eine gute App sei jedoch nicht in jedem Fall eine erfolgreiche App, sagt Hirt: «Eine App muss an die Massen, das braucht viel Zeit und ein grosses Marketingbudget.» Hirt und sein Team mussten dies bei ihren vier Eigenproduktionen schmerzlich erfahren. Mit eigenen Apps Geld zu verdienen, sei sehr schwierig, sagt Hirt – egal ob die App gratis mit Werbung oder für zwei Franken im App-Store erhältlich sei. Die in der Schweiz produzierten Apps seien daher meistens Marketinginstrumente. So etwa die von Hirt und seinem Team produzierte App «SBB Connect», mit der Reisende allfällige Facebook- und Twitterfreunde im gleichen Zug auffinden können.

Die Entwicklung im Apps-Bereich werde trotzdem massiv weitergehen, sagt Hirt, «das Potenzial ist noch riesig». So werde etwa im Bereich der Indoor-Navigation viel Neues kommen. «Apps werden uns beispielsweise im Laden zu den Aktionen führen», sagt Hirt. Zu was Apps sonst noch fähig sind, wird die Zukunft zeigen.

dieser artikel erschien am 20. mai 14 in der bz/bund-beilage "bildung".
text: manuela ryter, textbüro manuskript, bern 

Die urbane Sehnsucht nach mehr Natur

Urban Gardening ist mehr als nur ein Trend. Die junge, urbane Stadtbevölkerung holt sich die Natur zurück in die Stadt. Auch in der Stadt Bern verdecken Kräuter, Wildblumen und Gemüse grauen Beton.

Nicht jedes Blumenbeet in einem städtischen Vorgarten ist dem Trend Urban Gardening zuzuschreiben. Nicht jeder Schrebergarten gehört dem Phänomen an, das in den vergangenen Jahren von New York in die europäischen Grossstädte schwappte. Urban Gardening ist mehr: Der Griff zu Spaten, Schaufel und Setzlingen ist Ausdruck eines modernen, städtischen Lebensgefühls. Er beschreibt die Sehnsucht der jungen, urbanen Bevölkerung nach mehr Natur und Bodenständigkeit. Nach Wildblumen und naturnahen Erholungsräumen, nach gesundem und regionalem Bio-Gemüse, Artenvielfalt und gemeinschaftlichen Projekten. Es zieht sie hinaus in die Hinterhöfe und auf die Quartierplätze, die sie beleben und begrünen wollen, statt nur noch über Facebook zu kommunizieren. Sie wollen ihren Lebensraum selbst gestalten und holen sich mit Kreativität die Natur zurück in die Stadt.

Freiraum für Experimente

Kreativ geht es auch im Zentralpark in der Berner Lorraine zu und her. Auf der Brachfläche ziehen seit 2011 die Quartierbewohner gemeinsam Gemüse aus Säcken, Kisten und Abflussrohren. Im Gegensatz zu den Schrebergärten, wo jeder sein eigenes Gärtli hegt und pflegt, gärtnern hier rund 25 junge Städter zusammen und die Kartoffeln, Krautstiele und Kräuter, die hier wachsen, gehören allen. Jeder, der hilft, darf ernten. Und einmal im Monat wird gemeinsam gekocht, mit dem eigens gezogenen Gemüse. «Die Leute wollen wissen, woher ihr Gemüse kommt», sagt Sebastian Haas, der seit Beginn dabei ist.

Doch im Zentralpark stehe nicht der Ertrag im Vordergrund, hier gehe es um das Gemeinschaftliche. Das Gärtnern verbinde und schaffe Freiraum und Freiheit. «Es ist spannend, den öffentlichen Raum aktiv gestalten zu dürfen», sagt der 32-jährige Krankenpfleger und Landschaftsgärtner, «wir haben hier Narrenfreiheit – die Brache ist unsere Experimentierfläche.» Mit der Saatgutbank im Q-Laden und an der jährlichen Setzlingsbörse sensibilisieren die Lorraine-Gärtner ausserdem für die Biodiversität – ein grosses Anliegen von Urban Gardener Haas: «Es gibt unzählige Tomatensorten, nur sind die wenigsten davon bekannt.»

Die Kreativität der urbanen Gärtner wertet die Stadt auf: In der Lorraine ist nicht nur ein Garten, sondern ein naturnahes Gelände entstanden, das auch von Schülern, Familien und Arbeitern aus dem Quartier genutzt wird – zum Picknicken, Spielen oder Ausspannen. Urban Gardening sei jedoch nur der Anfang, sagt Haas. Wen die Gärtner-Leidenschaft packe, werde früher oder später im Boden statt in Kisten anpflanzen wollen – und sich ein Stück Land oder einen Schrebergarten suchen.

Wildpflanzen statt Blumenrabatte

Dass der Trend Urban Gardening in die 27 Stadtberner Schrebergärten mit den über 2000 Parzellen dringt, bestätigt auch Walter Glauser, Bereichsleiter Familiengärten von Stadtgrün Bern. «Die Familiengärten verändern sich», sagt er – dies sehe man nicht nur an den jüngeren, urbaneren Gärtnern, sondern auch an den Pflanzen. Bio hält Einzug, neu wachsen hier auch Wildpflanzen anstelle herausgeputzter Blumenrabatte. «Wir begrüssen dies», sagt Glauser, selbst leidenschaftlicher Gärtner.

Auf der Brache des alten Tramdepots am Burgernziel eröffnete er 2013 einen Gemeinschaftsgarten – nur dass die rund 30 Gärtnerinnen und Gärtner hier nicht wie in der Lorraine gemeinsam säen und ernten, sondern nebeneinander. Der Ertrag sei klein, aber der Aufwand auch, sagt Katja Jucker, die das Projekt koordiniert. «Die Leute – und vor allem die Kinder – sind fasziniert zu sehen, wie ein Gemüse wächst.» Und der Garten sorge über den Gartenhag hinaus für Leben. Auf der Wiese bei der Markuskirche wird in diesem Frühling ein ähnliches Projekt entstehen. Am Ralligplatz in der Länggasse ziehen die Bewohner seit 2012 Rüebli und Fenchel für die Schmetterlinge. An der Normannenstrasse in Bümpliz stellt die Stadt den Anwohnern Parzellen als «Küchengärten» zur Verfügung. Und im Brünnengut steht eine grosse Obstwiese, auf der die Bevölkerung die Bäume pflegt, die Äpfel und Birnen dann erntet und mostet.

«Die Menschen entdecken die Lust am Gärtnern neu», sagt Glauser – für ihn sei dieser Trend ein Glücksfall. «Die Menschen sollen ihren Lebensraum mitgestalten und den Kontakt mit Erde und Pflanzen wieder finden. Das ist meine Motivation.» Und das Potenzial sei noch lange nicht ausgeschöpft. In der Elfenau will Glauser einen Naschgarten anpflanzen, wo die Bevölkerung ab 2015 legal Beeren stehlen darf. Ein gemeinschaftlich bebauter Acker schwebt Glauser vor. Oder ein in Mischkultur besätes Stück Land, das man meterweise pachten, pflegen und ernten kann. Sein ausgefallenstes Projekt, ein vertikaler Garten, an dem Bernerinnen und Berner dereinst auf kleinstem Raum Gemüse ernten dürfen, ist Glauser noch im eigenen Garten am testen.

Urban Gardening auf dem Land

Urban Gardening drängt jedoch nicht nur in die Schrebergärten, sondern auch aufs Land. In Worb bepflanzen 220 Leute des Vereins Radiesli mithilfe zweier Gärtnerinnen eine halbe Hektare Land nach biologischen Grundsätzen. Die Ernte wird wöchentlich an die Vereinsmitglieder verteilt. Und viele Städter, die wegen der Wohnungsnot aufs Land ziehen, verwandeln dort mit Betonplatten eingerahmte Rasenflächen und eingezäunte Rabatten in Erholungsräume mit einheimischen Pflanzen, biologisch angebauten Gemüsegärten, Kiesplätzen und Trockensteinmauern, die nicht nur Schmetterlinge und Insekten, sondern auch Igel, Vögel und Salamander anziehen. Denn so urban der Trend Urban Gardening ist, so naturnah und nachhaltig möchte er sein.

dieser artikel erschien in der bz-beilage zur eigenheim bern 14.
text: manuela ryter, textbüro manuskript, bern